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Website & KI · ~7 Min Lesezeit

Landingpage oder Website? So findest du die richtige Antwort für dich

Als ich anfing, online sichtbar zu werden, habe ich mir genau diese Frage gestellt und erstmal völlig falsch beantwortet.

Ich habe als Ingenieurin gelernt: Bevor man baut, muss man wissen, wofür das Ding eigentlich gedacht ist. Bei meiner ersten eigenen Seite habe ich das komplett übersprungen. Ich wollte einfach "online präsent sein" und habe eine Website mit sieben Menüpunkten gebaut, bevor ich überhaupt wusste, was ich damit erreichen will. Das Ergebnis: viel Arbeit, wenig Wirkung. Die Leute sind auf meiner Startseite gelandet, haben sich durchgeklickt – und dann nichts gemacht.

Heute weiß ich: Die Frage Landingpage oder Website ist keine Geschmacksfrage, sondern eine ganz praktische. Und die Antwort hängt fast nie von der Technik ab, sondern davon, was du gerade wirklich brauchst.

Was ist eigentlich der Unterschied?

Stell dir eine Landingpage wie eine einzelne Tür vor. Jemand kommt an, sieht genau ein Angebot, genau eine Botschaft, genau einen Weg weiter – meistens ein Formular, ein Kauf-Button oder eine Terminbuchung. Keine Ablenkung, kein "vielleicht schaust du dir noch was anderes an". Eine Landingpage hat oft nur eine einzige Seite.

Eine Website ist dagegen wie ein ganzes Haus mit mehreren Zimmern: Startseite, Über mich, Leistungen, Blog, Kontakt. Menschen können sich umschauen, mehr über dich erfahren, verschiedene Wege gehen. Das ist super, wenn du Vertrauen über Zeit aufbauen willst – aber es lenkt eben auch ab, wenn du nur eines willst: dass jemand jetzt eine bestimmte Handlung macht.

Mein Merksatz: Eine Landingpage will, dass jemand JA sagt. Eine Website will, dass jemand DICH kennenlernt.

Mein 4-Fragen-Kompass

Wenn mich jemand fragt, was er oder sie braucht, stelle ich vier Fragen. Ganz ohne Technik-Vokabeln, einfach zum Selbst-Beantworten.

1. Was soll konkret passieren?

Willst du, dass jemand ein einziges, klares Ding tut – sich anmelden, etwas kaufen, einen Termin buchen? Dann reicht oft eine Landingpage völlig aus, und sie funktioniert sogar besser als eine ganze Website, weil nichts ablenkt. Willst du dagegen, dass Menschen dich, deine Geschichte, dein gesamtes Angebot verstehen, dann brauchst du mehr Raum – also eine Website.

2. Wie viel Vertrauen ist schon da?

Kommt jemand über eine Werbeanzeige oder Empfehlung, der dich noch gar nicht kennt, aber genau in dem Moment eine Entscheidung treffen soll? Dann brauchst du eine fokussierte Landingpage, die in Sekunden erklärt, worum es geht. Wenn Menschen dich schon länger verfolgen und sich vorab informieren wollen, ist eine Website mit mehr Tiefe die bessere Wahl.

3. Wie oft ändert sich dein Angebot?

Machst du eine zeitlich begrenzte Aktion, einen Kurs, ein Webinar? Landingpages sind wie gemacht dafür – schnell gebaut, klar fokussiert, nach der Aktion auch wieder änderbar. Bietest du dauerhaft mehrere Leistungen an, die sich weiterentwickeln, ist eine Website mit festen Unterseiten sinnvoller.

4. Was willst du langfristig aufbauen?

Das ist für mich die wichtigste Frage. Wenn du eine Marke aufbauen willst, bei der Menschen dich über Monate und Jahre kennenlernen, Blogartikel lesen, dich googeln – dann ist eine Website die Basis dafür. Eine Landingpage ist eher der kurze, kräftige Impuls für ein einzelnes Ziel.

Warum ich heute beides nutze

Bei mir läuft es inzwischen so: Meine Website ist mein Zuhause. Dort erzähle ich meine Geschichte, schreibe über Kopfhautpflege und was ich gelernt habe, und Menschen können sich in Ruhe umschauen. Für einzelne Aktionen – zum Beispiel wenn ich zu einem bestimmten Thema eine kostenlose Anmeldung anbiete – baue ich mir zusätzlich eine schlanke Landingpage. Die verlinke ich in Anzeigen oder Story-Posts, weil sie viel schneller zur Entscheidung führt als eine ganze Website es könnte.

Diese Kombination hat mir am meisten gebracht: die Website für Vertrauen und Sichtbarkeit über Zeit, die Landingpage für den konkreten nächsten Schritt.

Kurz gesagt: Willst du eine einzige Handlung auslösen – Landingpage. Willst du Vertrauen und Reichweite über Zeit aufbauen – Website. Oft ist die beste Lösung: beides, aber mit klarer Aufgabe für jede Seite.

Ein häufiger Fehler, den ich auch gemacht habe

Viele versuchen, eine Landingpage wie eine Mini-Website zu bauen – mit Menü, mehreren Unterseiten, verschiedenen Angeboten gleichzeitig. Das killt genau den Effekt, den eine Landingpage haben soll. Wenn ich heute eine Landingpage baue, frage ich mich bei jedem einzelnen Element: "Hilft das der einen Entscheidung, die ich will – oder lenkt es davon ab?" Wenn es ablenkt, fliegt es raus.

Umgekehrt macht es aber auch keinen Sinn, deine ganze Website auf ein einziges Angebot zu reduzieren, wenn du eigentlich eine Marke mit mehreren Standbeinen bist. Dann fühlt sich die Seite für Besucher schnell zu eng an.

Wie du jetzt starten kannst

Nimm dir die vier Fragen von oben und beantworte sie ehrlich für dein aktuelles Vorhaben. Meistens ergibt sich die Antwort dann fast von selbst. Und falls du unsicher bist: Es ist völlig okay, klein anzufangen – zum Beispiel erstmal nur mit einer fokussierten Landingpage – und die größere Website später nachzubauen, wenn du merkst, dass du sie wirklich brauchst.

Genau wie bei der Kopfhautpflege gilt auch hier: Es bringt wenig, alles auf einmal zu wollen. Kleine, klare Schritte mit einem konkreten Ziel bringen dich meistens schneller ans Ziel als das große Rundum-Projekt, das nie fertig wird.

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Häufige Fragen

Was ist günstiger: Landingpage oder Website?

Eine Landingpage ist meistens schneller und günstiger umzusetzen, weil sie nur aus einer Seite besteht. Eine Website mit mehreren Unterseiten braucht mehr Zeit und Planung, bietet dafür aber mehr Raum für deine gesamte Geschichte.

Kann eine Landingpage eine Website komplett ersetzen?

Für ein einzelnes, zeitlich begrenztes Angebot ja. Willst du aber langfristig eine Marke aufbauen, bei der man dich googelt und mehr über dich erfahren will, kommst du um eine richtige Website kaum herum.

Brauche ich für Werbeanzeigen unbedingt eine Landingpage?

Nicht zwingend, aber es lohnt sich fast immer. Wer über eine Anzeige kommt, will schnell verstehen, worum es geht – eine fokussierte Landingpage ohne Ablenkung führt hier meist zu mehr Anmeldungen oder Käufen als eine ganze Website.

Wie viele Unterseiten sollte meine Website haben?

Es gibt keine feste Zahl. Wichtig ist, dass jede Seite eine klare Aufgabe hat – lieber wenige durchdachte Seiten als viele halbfertige.

Kann ich später von der Landingpage zur Website wechseln?

Ja, das mache ich selbst so. Ich starte oft mit einer schlanken Landingpage für ein Angebot und baue die große Website erst aus, wenn ich merke, dass ich dauerhaft mehr Raum brauche.

Michelle Wolf
Michelle Wolf
Maschinenbau-Ingenieurin — baut Websites, Shops & Landingpages mit KI.